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Gebrauchtwagen checken: Diese 3 Messgeräte verraten, was der Verkäufer verschweigt

Aktualisiert am 30.09.2026

Ein Gebrauchtwagen ist oft die größte Anschaffung nach der Miete. Ein Schnäppchen, das sich als Unfallwagen mit gelöschtem Fehlerspeicher entpuppt, kostet schnell mehr als jede Ersparnis. Drei kleine Messgeräte helfen dir, bei der Besichtigung genauer hinzuschauen.

1. OBD2-Adapter: Was sagt der Fehlerspeicher?

Über die OBD-Buchse, meist im Fußraum auf der Fahrerseite, meldet das Auto gespeicherte Fehler. In der EU haben Benziner ab etwa 2001 und Diesel ab etwa 2004 diese Schnittstelle. Ein Bluetooth-Adapter und eine App auf dem Handy reichen, um die Fehler auszulesen.

Worauf achten: Wurde der Fehlerspeicher kurz vor der Besichtigung gelöscht, stehen viele Prüfroutinen im sogenannten Readiness-Status noch auf „nicht bereit“. Das ist ein Grund, nachzufragen – und das Auto im Zweifel nach einigen Tagen noch einmal auszulesen.

2. Lackschichtdickenmesser: Wurde nachlackiert?

Nach einem Unfall wird oft gespachtelt und neu lackiert. Die Lackschicht ist dann deutlich dicker. Miss jedes Karosserieteil an mehreren Stellen und vergleiche: Entscheidend ist nicht der absolute Wert, sondern ob ein Teil deutlich aus der Reihe fällt. Werte, die ein Vielfaches der übrigen Teile betragen, deuten auf Spachtel oder Nachlackierung hin.

Bei Autos mit Aluminium-Teilen brauchst du ein Gerät, das auch Nichteisen-Metalle misst (oft „Fe/NFe“ genannt).

3. Profiltiefenmesser: Was kommen für Kosten?

Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 mm Profil. Automobilclubs empfehlen deutlich mehr, im Winter etwa 4 mm. Sind die Reifen fast am Limit, rechne neue Reifen in deinen Preisvorschlag ein. Ungleichmäßig abgefahrene Reifen können außerdem auf Probleme mit Fahrwerk oder Spur hinweisen.

Die Checkliste für die Besichtigung

  1. Fehlerspeicher auslesen und den Readiness-Status ansehen
  2. Lackdicke an jedem Teil messen, vor allem Türen, Kotflügel und Motorhaube
  3. Profiltiefe an allen vier Reifen prüfen
  4. Serviceheft, Rechnungen und TÜV-Bericht zeigen lassen
  5. Nie Geld vorab überweisen, bevor du das Auto gesehen hast
Die Messgeräte ersetzen keine Gebrauchtwagenprüfung in der Werkstatt. Bei einem teuren Auto lohnt sich ein Check vor dem Kauf.
Was das Auto im Jahr wirklich kostet, rechnest du mit dem Autokosten-Rechner aus. Und vor dem 30. November: Kfz-Versicherung wechseln.

Häufige Fragen

Welcher OBD2-Adapter passt zu meinem Auto?

Die meisten Bluetooth-Adapter lesen die genormten Fehlercodes aller Autos mit OBD-Buchse. Für herstellerspezifische Funktionen brauchst du oft eine passende App; schau vor dem Kauf, ob dein Handy und deine Automarke unterstützt werden.

Was sagt die Lackdicke aus?

Wichtig ist der Vergleich der Teile untereinander. Ist ein Teil deutlich dicker lackiert als der Rest, wurde es sehr wahrscheinlich nachlackiert, oft nach einem Schaden.